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Frankfurt-Marathon Erlebnisbericht

Frankfurt Marathon Ziel

Im Oktober findet jährlich der Marathon Frankfurt statt. Es kann kalt sein, regnerisch, stürmisch, aber auch einfach nur schön. Wie ich ihn erlebt habe, beschreibe ich dir. Aber erst einmal der Reihe nach...

Die Vorbereitung

Diese magische 4 Stunden-Grenze.. in Frankfurt werde ich sie nochmals angehen. Mit diesem Ziel bin ich seit Anfang August auf den Straßen unterwegs. Mein Trainingsplan gibt die Zielzeit von 3:59 vor. Und dieser Plan ist gut, aber manchmal hart.

Jede Woche bedeutet das mindestens eine Tempoeinheit, zwei langsame Dauerläufe und ein langer langsamer Lauf. An manchen Tagen muss ich schon gut organisiert zu sein. Denn meine Kinder, meine Arbeit, unser Haus und Garten, sowie sämtliche Freizeitaktivtäten sind auch noch da. Aber irgendwie geht es.

So bin ich also 4x in der Woche in Laufschuhen unterwegs. Die langen langsamen Läufen ziehen sich manchmal ewig dahin. Deshalb nutze ich hier die Gelegenheit für gute Hörbücher. Statt lesen, was ich auch Zeitmangel leider dann nicht mehr ganz so hinbekomme, lasse ich mir vorlesen. Ich denke an nichts groß weiter nach, ich laufe.

Die letzte Woche vor dem Marathon

Wie gemein ist dass denn jetzt...

Ich bekomme Halskratzen und werde immer mal wieder heiser. Mein Magen-Darm-Trakt spinnt, die Spannung ist einfach groß. Jetzt nur nicht krank werden. Nach 3 Monaten Disziplin, Zeit, Glizer im Gesicht, da muss ich gesund bleiben!

Und der Frankfurt Marathon ist nicht mein erster Marathon, sondern mein fünfter. Aber Routine gibt es lange keine. Es heißt jetzt Nerven bewahren.

Tatsächlich scheint es nur mein Kopf zu sein, der meine körperlichen Symptome anzeigt. Ich bleibe gesund und der Frankfurt Marathon 2019 rückt immer näher.

Der Tag zuvor

Die letzte Woche ist auch überstanden und Samstag früh geht´s zusammen mit meinem Mann los in Richtung Frankfurt. Die Bahn fährt pünktlich los, wir kommen dann aber wegen einer Änderung doch um eine Stunde verspätet in Frankfurt an. Wir bringen schnell unser Gepäck auf unser Zimmer und anschließend geht´s direkt zur Messe...

Leider haben wir uns dann erst einmal etwas verlaufen, so dass wir hier auch noch unnötige Schritte opfern. Das will man natürlich am Tag zuvor gar nicht. Besser wäre gewesen am Freitag schon die Startnummer zu holen, aber wer Familie und Schulkinder hat, muss manchmal Abstriche machen.

Nachdem wir dann endlich den richtigen Eingang und das richtige Stockwerk in der Festhalle gefunden haben, hatten wir die Startunterlagen.

Wir sind auch nur noch ganz kurz durch die Messe geschlendert. So eine Läufermesse ist ja doch interessant, aber die Vernunft sagt, Beine schonen. Also sind wir zum Hotel zurück und anschließend noch mit guten Freunden zu einem Italiener, statt zur Pastaparty. Es war ein schöner Abend aber wir alle waren vernünftig und dann zeitig im Bett.

Der große Tag!

Nachdem die Uhr auf Winterzeit umgestellt wurde, haben wir noch eine Stunde geschenkt bekommen. Zumindest kann man sich einfach eine Stunde länger Zeit lassen... ausschlafen kann man eh nicht, geschweige denn GUT schlafen. Aber wir konnten uns beim Frühstücken mehr Zeit lassen und sind dann auch schon langsam los zur Festhalle.

Hier hieß es Kleiderbeutel abgeben, in Ruhe auf Toilette gehen und im Warmen und Trockenen warten. Das ist in Frankfurt tatsächlich Luxus. Ein paar Minuten vorher haben wir uns dann auf den Weg zum Startblock gemacht:

Meine Startnummer

Meine Startnummer

Chaos am Startblock

Chaos am Startblock

Leider ist dort ein leichtes Chaos. Es werden Kinderwägen zwischen die Menschenmassen geschoben, sämtliche Bepflanzungen werden zertreten, weil sich jeder irgendwie in seinen Block stellen will, diesen aber nicht gleich findet. Es ist schon echt etwas chaotisch und unübersichtlich.

Aber irgendwie, irgendwann und irgendwo stehen wir mit rund 14.000 Menschen in den Straßen Frankfurts. Die Stimmung ist echt toll. Der Sprecher gibt alles und der Startschuss für die erste Welle fällt.. Da wir in der 2. Startwelle starten, haben wir noch 10 Minuten Zeit.

Das Wetter ist gut, es ist nicht zu kalt, sodass die längere Wartezeit auch in Ordnung ist... die Uhr tickt.

Dann.. der Startschuss fällt für die 2. Welle und es löst sich die Menschenmasse. Erstmal gehen wir noch, dann folgt ein leichter Trab und schließlich laufe ich über die großen roten Matten, die Zeit läuft, die Uhr tickt, der Chip am Schuh ist aktiviert und die Beine auch.

Los gehts durch die Straßen von Frankfurt. Ein tolles Gefühl, die Leute feuern an und die Stimmung ist einfach toll. Trommler schieben uns schon durch die ersten Gassen und in der nächsten Straße warten riesige Boxen, aus denen Musik dröhnt. Es fühlt sich gut an.

Die ersten Kilometer habe ich aber leichte Kopfschmerzen und irgendwie komme ich nicht in Schwung. Was man sich alles einreden kann... ich sollte doch fit sein. 12 Wochen habe ich auf diesen Tag hintrainiert, bei Regen, Hitze und strahlendem Wetter... Und jetzt? Aber es hilft nichts, ich wollte es so und nun durch.

Bei Kilometer 12 lässt mein Kopf mich in Ruhe und meine Beine laufen. Über meine Verpflegung habe ich mir diesmal nicht viele Gedanken gemacht, ich will intuitiv entscheiden. Jede Verpflegungsstation möchte ich mitnehmen und jeweils entscheiden, was ich brauche. Meist ist es eh nur Wasser.

Die Verpflegungsstationen sind wirklich gut organisiert, einfach und sehr gut durchdacht. Man erfährt 200 Meter vorher, dass eine Verpflegungsstation kommt. Das nächste Schild zeigt ELITE, dann kommt EIGENVERPFLEGUNG und weiter entsprechend WASSER, ISO, TEE an. Zum Schluss kommt dann nochmals Wasser - aber für SCHWÄMME. Das habe ich leider auch einmal überlesen, aber gut, mein Fehler. ENDE DER VERPFLEGUNG ist auch gekennzeichnet. Einfach, aber für mich echt gut.

Die nächsten Kilometer verfliegen dann irgendwie. Die Leute klatschen und pfeifen und tragen uns durch die Stadt. Normalerweise kommt bei mir der erste kleine Einbruch bei Kilometer 18 - aber heute nicht. Alles gut, auch Kilometer 19 und 20, läuft. Dann kommt Halbmarathon-Grenze, die nächsten Matten, kurzer Check auf die Uhr - dasss lääääuuuuft. Super, so kann es weiter gehen.

Irgendwann sehe ich auch die Eliteläufer, weiß aber nicht mehr genau wann. Das ist immer sehr motivierend. Das leise Auto hinter der Spitze, überall Kameras und dann die schützenden Motorräder. Ganz zu schweigen von der wahnsinnigen Geschwindigkeit, die sie drauf haben! Toll und die gleiche Strecke laufen wir gerade..

Frankfurt Marathon 2019

Es tut noch nichts weh und auch mit meiner Zeit bin ich zufrieden, meine Uhr ist tapfer dabei, mir meine gewünschte durchschnittlichen Pace anzuzeigen. So kanns weitergehen.

Zwischen Kilometer 23 und 26 ist es etwas ruhiger von der Party draußen und ich kann mich etwas fokussieren. Die 27 und 28 ziehen an mir vorbei und alles ist gut.

Dann allerdings kommt es mir wieder ewig vor, bis endlich die 3 kommt. Es geht in die Mainzer Landstraße und dort wird es glücklicherweise wieder lauter und wir werden wieder angefeuert. Ich sehe das Schild 30 und freue mich, nur noch knapp 12 Kilometer.

Aber ab Kilometer 32 habe ich das Gefühl mit Gewichten an den Beinen zu laufen. Es wird schwerer, aber ich kann meine Pace eigentlich noch recht gut halten. Jeder Kilometer zählt... ein Schritt vor dem anderen. Ich lasse auch eine Verpflegungsstation aus, weil ich ja nur noch ein paar Kilometer habe.

Kilometer 37! Und wir sehen schon die Festhalle, müssen aber nochmal daran vorbeilaufen. Egal, ich bekomme einen Höhenflug und könnte weinen vor Glück, es läuft einfach so gut heute!

Doch bei Kilometer 39 werde ich von jemanden geschnitten und falle irgendwie über die Beine des anderen. Wie das genau war, weiß ich nicht mehr, aber ich komme durch den fast-Sturz aus dem Tritt. Jetzt machen meine Muskeln zu und ich bekomme einen Krampf in meiner Wade und Oberschenkel. Das hatte ich noch in keinem Marathon und ist echt ein Schmerz den man die letzen Kilometer nicht mehr braucht.

Zieleinlauf FFM 2019

Deshalb nehme ich auch noch die allerletzte Verpflegungsstation mit und hole mir nicht nur Wasser sondern auch Iso. Scheinbar hilft es auch ein wenig, denn die Krämpfe werden leichter.

Kilometer 41, die letzten Meter. Die Leute schreien, feuern an, es ist Wahnsinn. Ich kämpfe und laufe einfach nur noch irgendwie. Aber gehen, das kommt heute nicht in Frage. Ich laufe und laufe und laufe und dann... "nur noch 300 Meter" ruft jemand. Kaum zu fassen, die letzten Meter.. Hier wird es kurzzeitig wieder enger, viele gehen einfach und das teilweise mitten in der Strecke.

Aber es geht in die Festhalle, alles ist rot beleuchtet, eine wahnsinnig schöne Kulisse. Die Musik ist laut überall hört man Menschen, die einen noch anfeuern, dann der Zielbogen... ich habs geschafft!!! Mein Blick fällt auf meine Uhr 4:00:40. Egal, ich bin da, ich habs geschafft. Ich könnte mich über 41 Sekunden ärgern, aber das mache ich nicht. Ich bin Marathon-Finisher Frankfurt, habe mein Bestes gegeben und bin glücklich!


Mein Mann hatte sich die Zielzeit von 3:29:00 vorgenommen. Und als er im Zieleinlauf auf die Uhr schaute, dachte er sich, er habe ja noch "Zeit". Gestoppt hat die Uhr dann genau bei 3:29:59, typisch mein Mann :-):

Zielzeit Stephan




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