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Unser Bericht vom London Marathon am 03.10.2021

Wie alles begann.. nämlich mit der Verlosung. Denn wie beim Berlin Marathon braucht man Glück, um beim London Marathon überhaupt starten zu können!

Mein Mann Stephan hatte das Glück von nur ganz wenigen und wurde gelost! Sozusagen den "Sechser im Lotto"! Ich hatte leider keinen Startplatz - erstmal.

Denn wenn man nicht gelost wurde, hat man noch die Möglichkeit über einen Reiseveranstalter. So buchte ich kurzerhand über den Reiseveranstalter interair. Es war auch gleich das Hotel mit dabei, um die Anreise mussten wir uns nur noch selbst kümmern.

Gesagt, getan. Wir haben die Flüge dann auch recht schnell gebucht. Trotz den ganzen Corona-Zweiflern haben wir immer daran geglaubt, starten zu können! Zu dem Zeitpunkt unserer Buchung war bei uns gerade der 3. Lockdown...

Anfang Juli haben wir dann bereits mit unserem Training begonnen. Die erste Zeit lief auch sehr gut und dann kam´s.:

Frankfurt Marathon wurde abgesagt, genauso wie Köln. Bähm oh nein!! Berlin Marathon war aber noch nicht im Gespräch und London ging komplett aus dem Lockdown heraus, war das gut?

Nicht aufhören, das Training machten wir weiter, auch im Urlaub bei über 30 Grad. Für die langen Läufen standen wir schon morgens um 04:30 Uhr auf und auch das Tempotraining zogen wir weitestgehend durch.

Bei mir kam zusätzlich zum Marathontraining noch eine anstrengende Lernphase dazu. Ich war gerade in den letzten Zügen meines Fernstudiums zur veganen Ernährungsberaterin. Das kostete mich viel Zeit und auch natürlich Kraft. Es war teilweise nicht einfach, entweder lernen, arbeiten oder laufen.. ja irgendwie schafft man dann doch alles.

Dass ich Ende August die Prüfung erfolgreich abgelegt habe, merkte ich an meinem Leistungszustand. Die nächsten zwei längeren Einheiten nach der Prüfung waren für mich die Hölle. Ich konnte nicht mehr die Leistung so bringen, mein Puls war viel zu hoch und ich war einfach irgendwie total schlapp. Trotzdem habe ich mein bestes gegeben und bis zum Schluss durchgezogen.

Und dann ging es doch ganz schnell.. Der Abreisetag 01.10.2021 war plötzlich da. Meine liebe Schwiegermama zog bei uns für diese Zeit bei uns ein und umsorgte unsere Kinder und unsere Hündin bestens. Ein ganz ganz großes Dankeschön noch an dieser Stelle, sie hat das super gerockt!!

Wir haben uns dann in den Reisewahnsinn begeben. Zuerst einen Schnelltest, dann einen PCR-Test und dann die Einreisebedingungen checken lassen und wir saßen im Flieger. Alles ging gut!

In London ging es auch schnell und wir konnten endlich auf unser Zimmer. Dort bekamen wir einen weiteren Test, den wir am nächsten Tag zur Ausreise benötigten.

Am Samstag haben wir gleich morgens die Messe besucht und uns unsere "Bib-Number" geholt. Super organisiert, es ging wirklich sehr schnell bei uns! Wir haben noch die Messe etwas genossen, die Menschen waren alle richtig gut drauf! Jeder freute sich einfach auf den Tag!

Nach einer kurzen Stadtbesichtigung sind wir dann aber nur noch kurz zum Abendessen und haben uns frühzeitig hingelegt, denn am Sonntag mussten wir echt früh aufstehen.

Um 7:00 Uhr wurden wir von unserem Reiseveranstalter interair mit einem gecharterten Bus direkt zum Start gebracht. Dort wurden wir schon mal aufgeteilt. Stephan war im kleineren "grünen Startbereich", ich war im größeren den "roten Startbereich". So wurden wir erstmals bei einem Marathon richtig getrennt...

Wir haben uns also dann in unsere "Zonen" begeben. Stephan hatte eine richtige Matschwiese, bei uns im roten Bereich ging es. Noch nie habe ich so viele Toiletten (Dixies) gesehen, wie in dem Bereich. Man hatte hier wirklich einen "Luxus".

Wir warteten also dann die nächsten 2,5 Stunden. Es war eisig kalt irgendwann, man musste sich wirklich bewegen und freute sich wahrlich auf den Start! Die meisten starteten in Singlets oder extremen kurzen Hosen, ich wäre erfroren :-).

Dann ging es los. Um 9:00 Uhr durften zuerst die Rollstuhlfahrer starten, dann um 9:30 Uhr die Eliteläufer. Stephan folgte dann um 9:40 und unser Start war ab 10:01 Uhr. Es ging dann plötzlich wahnsinnig schnell. Zack über die Starlinie und los ging die Party!

Wahrlich eine Party. Unglaublich viele Leute peitschten uns durch die Kilometer. Die erste Zeit ging es leicht bergab. Wir wurde angefeuert, Kochlöffel wurden gegen Pfannen geschlagen. Hauptsache laut! Alle feierten uns. Es war der Wahnsinn! Trommler, Musik, Sänger, aber viele private Haushalte gaben ihr Bestes. Balkone wurden zur Tanzfläche, Bürgersteige zur Partymeile. Es war irre. Man hatte maximal ein paar Meter, wo man nichts hörte als Läufer mal atmen oder schlurfen.

Die ersten 5 Meilen vergingen einfach so schnell.

Ab Meile 12 habe ich entschieden, den Lauf nur zu genießen und nicht mehr auf die Zeit fixiert zu sein. Es war einfach zu schön, so zu feiern!

Kilometer 20 über die Tower Bridge war gefühlt das lauteste. Kurz danach haben wir die besseren Läufer gesehen, die bereits im Endspurt waren - wir liefen gegenüber. 25, 26, 27 die Uhr vibrierte in einer Tour und die Beine wurden auch schwerer. Trotzdem es hörte nicht auf. Das feiern, die Jubelschreie...

Immer wieder liefen wir an den Sehenswürdigkeiten vorbei und ich machte kurze Filme und Fotos. Die Zeit war mir einfach egal, ich habe den Lauf nur genossen und uns gefeiert!

Ab Kilometer 32 kamen Windböhen auf. Die Läufer, die ein Kostüm trugen taten mir echt leid. Man musste sich teilweise ganz schön reinhängen. Neben mir lief eine ganze Zeit lang eine Gruppe, die hintereinander in einem "Keks-Kostüm" steckten.

Eine kleine Wende, vorbei an der Tower Bridge, Richtung Big Ben zum Buckingham Palace und Richtung St. James-Park. Irgendwann kam das Schild "Only 600 m"!

Wahnsinn was passiert hier gerade? Es kamen die letzten Yards, die Leute wurden tatsächlich noch lauter und wir haben das Ziel nur noch wenige Meter entfernt..

Und dann war es da: ZIEL... ab durch das rote Tor... St. James Park!

Meine Zeit wusste ich nicht. Ich war nur glücklich und völlig fertig

Erst als ich Stephan angerufen habe, um einen Treffpunkt auszumachen, hat er mir die Zeit gesagt. Meine offizielle Zeit war 04:01:37. Stephan war bei 03:29:20 im Ziel, seine Bestzeit!

Wir waren beide so aufgedreht, es war einfach ein Wahnsinns-Lauf! Die Organisation war top. Alles war super geplant, sehr pünktlich und strukturiert.

Kurze Zeit später haben wir uns auch aufgemacht, in Richtung Hotel. Wir befanden uns beim Trafalgar Square und konnten dort schnell zur Underground!

Fazit: London-Marathon ist nicht umsonst bei den Top-Veranstaltungen, den World Marathon Majors dabei. Wir waren sehr begeistert!

Ein paar Fakten noch zum Schluss:

Wir waren im Hotel Hilton Metropol, die nahegelegenste Underground - Station war Edgware Road Station. Zur Marathon Messe sind wir ca. 1 Stunde gefahren. Zum Marathon selbst ca. 1 Stunden mit dem Gruppen-Bus. Zum Hotel zurück mussten wir vom Trafalgar Square nur ca. 30 Min. zurück zum Hotel fahren.

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